Hilde-Zach-Platz, was sonst?

SPÖ-Heisz: „Der Kulturausschuss wird Anfang 2023 verbindliche Kriterien für die Benennung von Straßen und Plätzen entwickeln.“

„Zuständig für die Benennung neuer Straßen und Plätze ist nicht der Stadtsenat, sondern der Gemeinderat nach Vorberatung im Kulturausschuss“, stellt SPÖ-GRin Irene Heisz, Vorsitzende des Kulturausschusses des Innsbrucker Gemeinderates, klar. „Und im Gemeinderat herrscht breitester Konsens darüber, dass der Platz vor dem Haus der Musik nach Bürgermeisterin Hilde Zach benannt werden soll. Was auch sonst? Das Haus der Musik ist schließlich ganz wesentlich auch Zachs Verdienst.“ Die Vorarbeiten im Ausschuss sind erledigt, ausständig ist lediglich der formelle Beschluss im Gemeinderat. Heisz geht fix davon aus, dass die offizielle Benennung 2023 erfolgen wird.

Zur allgemeinen Problematik der Benennung von Straßen und Plätzen führt Heisz aus: „Wir haben erst vor drei Wochen im Kulturausschuss beschlossen, dass wir uns Anfang des kommenden Jahres grundsätzlich mit der Thematik beschäftigen werden. Das bedeutet in erster Linie, erstmals überhaupt verbindliche Kriterien dafür zu entwickeln, wer eigentlich für eine Benennung in Frage kommt.“ Bisher genügte es, über den Gemeinderat jemanden vorzuschlagen und dieser Mensch kam dann automatisch auf die Liste. „Das ist aber eben eine unverbindliche Vorschlagsliste, mehr nicht“, erklärt Heisz. „Meines Erachtens brauchen wir Parameter, anhand derer wir entscheiden können, ob jemand zum Beispiel über seinen engsten eigenen Wirkungskreis hinaus für Innsbruck wichtig war, ob es in seinem Lebenslauf Belastungen gibt, die gegen die Ehre einer Straßenbenennung sprechen, und ob seine Leistungen wenigstens mittelfristig historisch bedeutsam sind.“ Dazu kommt selbstverständlich, dass die Vorgabe „Frauen zuerst“ nach wie vor gilt und ihre Richtigkeit hat.

Einen Sonderfall stellt der Umgang mit nationalsozialistisch belasteten Persönlichkeiten, nach denen bereits Straßen in Innsbruck benannt sind, dar. „Solche Fälle geraten naturgemäß immer wieder in die Diskussion“, sagt Heisz, „deshalb haben wir heuer erheben lassen, wie andere Städte mit Nazi-Straßennamen umgehen. Wir wollten erfahren, ob es womöglich einen gegenläufigen Trend zu unserer Innsbrucker Methode gibt, belastete Namen nicht zu verstecken und zu ersetzen, sondern sie ehrlich und schonungslos zu erklären und in den entsprechenden historischen Zusammenhang einzuordnen.“ Heraus kam bei der Umfrage erwartungsgemäß, „dass es die einen so, die anderen anders und die dritten doch wieder eher so machen. Den einen, auf alle Einzelfälle anwendbaren Königsweg gibt es wohl nicht.“